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Kategorie: Mystery

Outer Range (Staffel 2) – Nicht nur Figuren, die ganze Serie fällt in ein Loch

Outer Range (Staffel 2) – Nicht nur Figuren, die ganze Serie fällt in ein Loch

7p8mr26. Mai 2024

⭐⭐ (Prime Video)

Die erste Staffel von «Outer Range» konnte für sich in Anspruch nehmen, dass der Genremix von Western, Sci-Fi und einem Touch Family-Soap überraschend war. Dem konnte man zugestehen, dass sie etwas Zeit brauchte, um die Geschichte zu entwickeln.

Nachdem man die Abbotts und Tillersons und das wabernde Loch in der Weide kennt, müsste die zweite Staffel die Geschichte voranbringen. Stattdessen entwickelt sich der Plot nur zäh und schiebt eine Nebengeschichte nach der anderen ein.

Da fallen noch ein paar andere ist dieses Zeitreiseportal und landen in der Vergangenheit. Geldsorgen plagen die Abbotts, während sich die Tillerson-Brüder über eine Frau streiten.

All diese Plots scheinen einzig dem Zweck zu dienen, die eigentliche Geschichte nicht vorantreiben zu müssen: Den Konflikt zwischen Royal und Autumn, die sich als seine Enkelin aus der Zukunft entpuppt. So versucht diese zweite Staffel angestrengt, das Zeitreise-Mysterium am Leben zu erhalten und sich in eine dritte Staffel zu schleppen.

Die zweite Staffel von «Outer Range» hat meine Geduld überstrapaziert. Die Nebengeschichten und -figuren sind zu wenig interessant, als dass man sich davon vom Hauptplot ablenken lassen könnte. Und der Versuch von «Outer Range», die Auflösung des grossen Rätsels möglichst lange hinauszuzögern, ist am Ende nur ärgerlich.

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Sugar (Staffel 1) – Diese umwerfende Neo-Noir-Serie führt dich aufs Glatteis

Sugar (Staffel 1) – Diese umwerfende Neo-Noir-Serie führt dich aufs Glatteis

7p8mr23. Mai 2024

⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+)

Es passt alles perfekt zusammen. Colin Farrell ist die ideale Besetzung für den makellos gekleideten Privatdetektiv John Sugar. Ebenso exquisit wie seine Anzüge ist sein Auto, ein hellblauer Chevy Corvette Stingray, Jahrgang 1966.

Sugar erinnert nicht zufällig an Sam Spade und Philip Marlowe, die grossen Private Investigators des Film noir. Sugar ist ein nerdiger Filmliebhaber, die Serie gespickt mit kurzen Einsprengseln aus Filmklassikern der 40er- und 50er-Jahre von «Kiss Me Deadly» bis «Sunset Boulevard».

Der Fall scheint klar: «Sugar» versteht sich als Neo-Noir-Serie, als Hommage an den Film noir und die grossen Genreklassiker aus der Traumfabrik. Bis zu diesem Moment in der sechsten Episode, der alles auf den Kopf stellt.

Was da genau passiert, darf ich nicht verraten. Es wäre ein Mega-Spoiler. Trotzdem muss ich darauf eingehen, weil sich an dieser Szene die Geister scheiden. Entweder man fühlt sich völlig verarscht und schaltet wütend ab. Oder man nimmt den Twist interessiert bis amüsiert hin und schaut, wohin das führt.

Ich habe mich für Letzteres entschieden, «Sugar» zu Ende geschaut und es nicht bereut. Doch bleibt ein grosses Fragezeichen, was dieser Storytwist soll. Die Serie würde auch ohne bestens funktionieren. Jetzt steht ein Cliffhanger am Schluss, der nicht zwingend mehr dazu reizt, eine allfällige zweite Staffel zu schauen. Ich wäre zwar dabei, aber mehr wegen Farrell als stilbewusstem PI.

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Anthracite (Mini-Serie) – Ein überdrehtes Verwirrspiel

Anthracite (Mini-Serie) – Ein überdrehtes Verwirrspiel

7p8mr25. April 2024

⭐⭐⭐ (Netflix)

«Anthracite» spielt in den französischen Alpen, in der fiktiven Kleinstadt Lévionna, in deren Umgebung irgendwo viel Schnee liegt. Meistens sind die Strassen aber aper und die Wiesen grün. Wie das geografisch zusammenhängt, hat sich mir nie ganz erschlossen.

Möglich, dass die Produzent:innen vergassen, hier ein wenig Klarheit zu schaffen, weil sie allzu sehr damit beschäftigt waren, sich all die anderen Rätsel für die Geschichte auszudenken, die «Anthracite» spannend machen sollen. Ein Verwirrspiel ist ihnen damit sicher gelungen. Allerdings ein viel zu überdrehtes.

Die Internetdetektivin Ida stösst auf der Suche nach ihrem verschwundenen Vater auf einen mysteriösen Massenmord in einer Sekte, der sich vor 30 Jahren in Lévionna ereignete. Sowohl ihre Familiengeschichte als auch jene von Jaro, den sie kennenlernt, hängen mit den Geschehnissen von damals zusammen.

Mit Ida, Jaro und ein paar weiteren Figuren der Geschichte fiebert man durchaus mit. Oft schüttelt man aber über die Geschichte den Kopf, die einen auf falsche Fährten führt und mehr Haken schlägt als ein Hase auf der Flucht.

Weil am Schluss vieles gut kommt, könnte einen die Serie mit einem freudigen Gefühl entlassen. Tut sie leider nicht, weil sie in den letzten Minuten noch einmal eine völlig unnötige Volte schlägt.

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Constellation (Staffel 1) – Rückkehr in die falsche Welt

Constellation (Staffel 1) – Rückkehr in die falsche Welt

7p8mr4. April 2024

⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+)

Ist mein Auto rot oder blau? Nur eine Antwort kann stimmen, oder? Nicht so in «Constellation». Hier ist mein Auto rot, aber auch blau. Das hat irgendwas mit Quantenphysik zu tun.

Aber keine Angst, vertiefte Kenntnisse über die Heisenbergsche Unschärferelation oder das Doppelspaltexperiment sind nicht notwendig, um die Story zu verstehen. Die beschäftigt sich mit Raumfahrt und was mit der menschlichen Psyche passiert, wenn die Welt plötzlich eine ganz andere ist.

Das erlebt die schwedische ESA-Astronautin Jo Ericsson, nachdem sie knapp einer Katastrophe auf der Internationalen Raumstation entkommen ist. Jo fühlt sich fremd in der Welt, in die sie zurückgekehrt ist. Nicht nur ist ihr Auto blau statt rot. Ihre Tochter spricht kein Schwedisch mehr und ihr Mann wirft ihr eine Affäre vor, an die sie sich nicht erinnern kann.

Was passiert ist, erschliesst sich Jo (und den Zuschauer:innen) nur langsam. Der Weg zur Erkenntnis, dass etwa ihre Tochter nicht ihre Tochter ist, ist unheimlich und nervenaufreibend.

Dieser zweite Teil leidet allerdings darunter, dass die Geschichte grossen Spannungsschwankungen unterworfen ist. Die starke Besetzung, u.a. mit Noomi Rapace, James D’Arcy und den Zwillingen Coleman, die die Tochter Alice spielen, macht aber vieles wieder wett.

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Black Cake (Staffel 1) – Faszinierende Vergangenheit, banale Gegenwart

Black Cake (Staffel 1) – Faszinierende Vergangenheit, banale Gegenwart

7p8mr21. März 2024

⭐⭐⭐ (Disney+)

Jamaika Ende der 1960er-Jahre. Hier wächst Covey auf. Eine junge Frau mit Träumen und Ambitionen. Ihre Geschichte nimmt einen mit, berührt, interessiert und macht die Stärke aus von «Black Cake».

Die Schwäche der Serie ist dagegen die Gegenwartsebene. Hier erfahren Coveys Kinder Byron und Benny nach dem Tod der Mutter, dass sie ihnen nicht nur ihren wahren Namen verschwiegen hat, sondern eine Reihe von weiteren Geheimnissen dazu.

Daneben aber haben die Kinder ihre eigenen Krämpfe, was die Story unnötig überlädt. Denn alles, was Byron und Benny erleben – Rassismus, Gewalt, Frauen- und Queerfeindlichkeit, erzählt schon Covey in ihrer Lebensgeschichte.

«Black Cake» wäre eine bessere Serie, hätte sie sich ausschliesslich auf Covey konzentriert. Ihre Geschichte, die in Jamaika beginnt, in England und Schottland weitergeht und in den USA endet, verfolgt man gespannt und interessiert.

Wie sie ihren Weg geht, der gepflastert ist mit Diskriminierung und Demütigung, überzeugt als Plot. Leider wird das zu kurz abgehandelt und zu viel Zeit der banalen Story der Kinder in der Gegenwart geopfert.

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Das Signal (Mini-Serie) – Wer ist da draussen? Hallo?

Das Signal (Mini-Serie) – Wer ist da draussen? Hallo?

7p8mr13. März 2024

⭐⭐⭐ (Netflix)

Irgendwo habe ich gelesen, die neue deutsche Netflix-Serie «Das Signal» sei eine Mischung aus «Dark», der allerersten deutschen Netflix-Serie von Baran bo Odar und Jantje Friese, und Christopher Nolans Sci-Fi-Mystery «Interstellar». Das trifft es stimmungsmässig nicht schlecht, ist aber eine Liga zu hoch gegriffen.

Wie in «Dark» und «Interstellar» geht es auch in «Das Signal» um ein grosses Mysterium – eben das titelgebende Signal. Das empfängt die deutsche Astronautin Paula auf der Raumstation ISS. Es ist eine Kinderstimme, die aus der Tiefe des Alls fragend «Hello» ruft. Versuchen Aliens mit der Menschheit Kontakt aufzunehmen?

Diese Frage rückt zuerst in den Hintergrund. Denn nach ihrer Rückkehr auf die Erde kommt Paula bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Zurück bleiben ihre Tochter Charlie und ihr Mann Sven.

Den beiden bleibt aber keine Zeit zu trauern. Sie werden in die Geschichte um das mysteriöse Signal verwickelt. Denn sie haben den Schlüssel für die Wahrheit bekommen in einer letzten Botschaft, die Paula ihnen übermittelt hat.

«Das Signal» ist durchaus gelungen. Teilweise berührend, manchmal spannend. Aber doch etwas zu verzettelt und es fehlt an Stringenz, um die etwas pathetische Botschaft am Schluss wirklich eindringlich herüberzubringen.

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Death and Other Details (Staffel 1) – Ein Detektiv wie Poirot, aber doch ganz anders

Death and Other Details (Staffel 1) – Ein Detektiv wie Poirot, aber doch ganz anders

7p8mr12. März 2024

⭐⭐⭐ (Diseny+)

Ein Schiff, illustre Passagier:innen, ein Mord und der weltbeste Detektiv an Bord. Klar: Kann sich nur um Agatha Christies «Death on the Nile» handeln mit ihrem Meisterdetektiv Hercule Poirot. Denkste.

Es ist ziemlich wagemutig, dass die beiden Showrunner von «Death and other Details» mit dem exakt gleichen Setting arbeiten. Denn sie mussten wissen, dass sie am Vorbild gemessen werden. Dabei schneidet «Death and Other Details» aber gar nicht so schlecht ab. Obwohl die Story ähnlich tönt, unterscheiden sich Figuren und Plot am Ende deutlich.

Meisterdetektiv Rufus Cotesworth , der eigentlich fast ein Hochstapler ist, wird auf einem Luxusdampfer mit seiner Vergangenheit konfrontiert: ein Mordfall, den er nicht lösen konnte und der ihn nie mehr losgelassen hat.

Genau sowenig wie Imogene Scott den Mord an ihrer Mutter vergessen kann, den sie als kleines Mädchen miterlebte. Jetzt bekommen sie die Gelegenheit, gemeinsam den Fall aufzuklären.

Die Story schlägt einige überraschende Haken. Das ist clever aufgebaut und die Enthüllungen der beiden Detektive Cotesworth und Imogene halten einen bei Laune. Trotzdem hätte die Serie profitiert, wenn sie statt zehn nur acht oder sechs Episoden lang gewesen wäre.

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True Detective (Staffel 4) – Wenn Geister durch die Polarnacht spuken

True Detective (Staffel 4) – Wenn Geister durch die Polarnacht spuken

7p8mr2. März 2024

⭐⭐⭐⭐ (Sky Show)

«True Detective: Night Country» hat viele Stärken. Allen voran die beiden Hauptdarstellerinnen. Jodie Foster spielt so stark wie einst als Clarice Starling in «Silence of the Lambs». Kali Reis, bislang vor allem als Profiboxerin unterwegs, bietet Foster als Gegenspielerin in ihrer ersten grossen Rolle durchaus die Stirn.

Dann ist da die Kälte und die Dunkelheit, die die ganze Geschichte hindurch die Atmosphäre prägen. Sie sind mehr als gefällige Begleiterscheinungen der Location und dienen als Metaphern für emotionale Kälte und düstere Geheimnisse, die die Protagonist:innen begleiten.

Aber gerade diese mystische Komponente, die mit der indigenen Kultur in Alaska verknüpft ist, kommt der gesellschaftskritischen Thematik in die Quere oder schwächt sie zumindest etwas ab.

Rassismus, Unterdrückung und Frauenverachtung liessen sich auch eindrücklich aufzeigen, ohne dass unheimliche Stimmen aus der Vergangenheit rufen. Aber das ist nur ein kleiner Makel dieser Serie.

Die Geschichte um einen skurrilen Leichenfund in der dunklen Polarnacht fasziniert über die gesamte Staffel. «True Detective: Night Country» knüpft sehr gelungen an die geniale erste Staffel dieser Reihe an und macht die etwas schwächeren Folgestaffeln vergessen.

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Vigil (Staffel 2) – Ein ganz normaler Krimi, einfach perfekt gemacht

Vigil (Staffel 2) – Ein ganz normaler Krimi, einfach perfekt gemacht

7p8mr14. Februar 2024

⭐⭐⭐⭐⭐ (BBC)

Das Einzige, was ein wenig mühsam ist an der zweiten Staffel von «Vigil», ist die Zugänglichkeit. Denn leider bietet kein Streamer die Serie an. Man muss den BBC iPlayer überzeugen, dass man Brit:in ist oder sich anderweitig behelfen.

Ein bisschen aufwendig, aber es lohnt sich. Wie schon in der ersten Staffel, als sich DCI Amy Silva (Suranne Jones) und DI Kirsten Longacre (Rose Leslie) auf einem U-Boot mit der britischen Marine und dem MI5 anlegten, bekommen sie es erneut mit dem Militär und dem Geheimdienst zu tun.

Allerdings scheinen die Militärs viel hilfsbereiter als zuvor, denn es geht darum, einen siebenfachen Mord aufzuklären. Bei der Testvorführung einer neuartigen Drone laufen die fliegenden Killermaschinen Amok.

Als mutmassliche Täter gerät bald eine oppositionelle Gruppierung im Nahen Osten ins Visier der Ermittler:innen. Aber Silva merkt bald, dass es einige Ungereimtheiten gibt und die wahren Täter woanders zu finden sind.

«Vigil» ist kein aussergewöhnlicher Krimi. Nicht besonders düster, keine visuellen Überraschungen, auch die Charaktere sind solide, aber nicht ausgefallen. Aber dafür ist «Vigil» von A bis Z sorgfältig inszeniert. Es stimmt einfach alles. Das Timing der Spannungsbögen, der Krimiplot mit den wechselnden Verdächtigen und interessant gestaltete Nebenfiguren. Einfach ziemlich perfekt gemachte Unterhaltung.

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Fool Me Once (Mini-Serie) – Mord, Familientragödien und ein Kriegstrauma

Fool Me Once (Mini-Serie) – Mord, Familientragödien und ein Kriegstrauma

7p8mr17. Januar 2024

⭐⭐⭐ (Netflix)

Die Krimis von Harlan Coben werden seit einigen Jahren regelmässig für Netflix verfilmt. Der Autor hat mit dem Streamingdienst einen Vertrag über 14 Serien abgeschlossen.

«Fool Me Once» ist die Nummer 8 aus dieser Reihe. Und es gilt, was für die vorherigen Serien galt: Kann man sich anschauen, wenn man Lust auf Krimi hat. Man verpasst aber auch nichts, wenn man es bleiben lässt.

Denn Harlans Geschichten sind immer nach einem ähnlichen Muster gestrickt: ziemlich spannende Stories, die aber heillos überkonstruiert sind und die Glaubwürdigkeit oft stark strapazieren.

Diesmal geht es um eine junge Witwe, deren Ehemann bei einem Raubüberfall ermordet wurde. So scheint es. Denn kurz darauf taucht er auf einem Überwachungsvideo wieder auf.

Lebt er also noch? Eine Frage, die bald in den Hintergrund tritt, denn wahrscheinlich hat der Tod des Ehemannes mit dem Tod der Schwester der Witwe zu tun.

Möglicherweise ist aber noch viel wichtiger, was sich vor Jahrzehnten in einer Schule abspielte, die der Ehemann besuchte. Und was hat das alles mit dem Kriegstrauma der Witwe zu tun?

Fragen über Fragen, die Coben am Schluss einigermassen nachvollziehbar auflöst. Auch wenn alles wie gesagt sehr konstruiert ist, einen gewissen Unterhaltungswert muss man dem zugestehen.

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