⭐⭐⭐ (Netflix)
Serien über südamerikanische Drogenbosse ist bei Netflix beinahe ein eigenes Genre. Nach «Narcos», «Narcos: Mexico» und «El Chapo» gesellt sich «Griselda» dazu.
Der Titel besagt schon, dass es diesmal um eine Drogenbossin geht. Die Geschichte basiert auf einer realen Figur: Griselda Blanco, die den Übernamen «La Madrina», die Patin, erhielt.
Eingeführt wird Griselda durch ein Zitat: «Der einzige Mann, vor dem ich je Angst hatte, war eine Frau namens Griselda Blanco.» Das soll Pablo Escobar, der in den 1970er-Jahren das Medellín Kartell aufbaute, über seine Zeitgenossin gesagt haben.
Man darf also eine Geschichte erwarten, mit einer skrupellosen Kriminellen, die wohl vor nichts zurückschreckt. Diese Erwartung wird zum Teil erfüllt. Allerdings setzt «Griselda» seine Hauptfigur quasi als feministische Vorkämpferin in Szene.
Ihren Aufstieg in der Dealerhierarchie als «female empowerment» zu verkaufen, ist nicht völlig abwegig. Schliesslich muss sie sich gegen Machos durchsetzen. Aber es ist doch ziemlich irritierend. Wie auch die vielen Freiheiten, die Serie herausgenommen hat, wenn man die reale Figur daneben stellt.
Das geht am Schluss nicht ganz auf. «Griselda» beantwortet immerhin eine Frage eindeutig: Haben wir genug Narcos-Serien gesehen? Die Antwort ist ein beherztes Ja.
Read More