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Jahr: 2024

The Regime (Mini-Serie) – Auch Kate Winslet kann diese missratene Satire nicht retten

The Regime (Mini-Serie) – Auch Kate Winslet kann diese missratene Satire nicht retten

7p8mr12. April 2024

⭐⭐ (Sky Show)

Autokraten haben wir einige in Europa: Putin, Orbán oder Erdoğan. Frauen findet man (noch) keine, aber Marine Le Pen und Georgia Meloni sind auf gutem Weg in den Zirkel der Feinde von Freiheit und Demokratie.

Da trifft «The Regime» eigentlich den Nerv der Zeit, wenn Kate Winslet als rücksichtslose, selbstverliebte und paranoide Despotin durch einen Palast irgendwo in Mitteleuropa stapft.

Weil die Serie als Satire daherkommt, hofft man darauf, über die realen politischen Entwicklungen wenigstens beim Streamingabend mal herzhaft lachen zu können. Und wird leider enttäuscht.

Die Satire funktioniert nicht, weil «The Regime» seine weibliche Hauptfigur viel zu lächerlich inszeniert. Dazu kommt ein sexistischer Unterton, der ebenfalls sehr irritiert.

Es ist nicht alles misslungen in der Serie. Ein paar nette Anspielungen auf Putins Paranoia und eigentümliche Innenausstattung sind durchaus gelungen. Wie auch die Inszenierung der Amis als unmoralische Machtpolitiker:innen.

Aber das reicht nicht, um aus «The Regime» eine gelungene Satire zu machen. Ebenso wenig wie das Können von Kate Winslet. Sie verleiht der schrecklichen Kanzlerin zwar Strahlkraft, aber sie hätte sich weigern sollen, mit schrägem Mundwinkel und leichtem Lispeln zu spielen.

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Mary & George (Staffel 1) – Die machthungrige Mutter und der lüsterne König

Mary & George (Staffel 1) – Die machthungrige Mutter und der lüsterne König

7p8mr10. April 2024

⭐⭐⭐ (Sky Show)

Was für ein skurriler Plot. Eine Mutter schickt ihren Sohn zur Ausbildung nach Frankreich, damit er dort lernt, wie er dem englischen König als Lustobjekt dienen kann. Das Faszinierende daran: Die Geschichte, die «Mary & George» erzählt, ist (grösstenteils) wahr.

Sowohl Mary Villiers wie ihr Sohn George sind historisch verbürgte Figuren und haben als Countess und Duke of Buckingham Eingang in die Geschichtsbücher gefunden. Der König, dessen Gunst sie erwerben wollen, ist James I (Tony Curran), der erste britische Monarch aus dem Hause Stuart.

Verschiedene Hindernisse gilt es aus dem Weg zu räumen, damit George zum Schlafgemach seiner Majestät Zugang erhält. Mary ist dabei wenig zimperlich, scheut keine Intrige und schreckt auch vor Mord nicht zurück.

Dieser erste Teil der Serie ist zwar notwendig zur Etablierung der Figuren, aber zu eintönig und repetitiv. Spannend wird es erst im zweiten Teil, als George vom Loverboy zum Berater des Königs aufsteigt. Das führt auch zum Zerwürfnis zwischen Mutter und Sohn.

Die folgenden Ränkespiele halten einen bei Laune. Nicht zuletzt dank Julianne Moore als Mary Villiers, die in jeder Einstellung überzeugt. Aber der Blick durchs Schlüsselloch in die verschiedensten Schlafzimmer, den die Serie gerne und immer wieder wählt, ist gesamthaft zu aufdringlich. Die vielen historischen Ereignisse, die die Serie aufgreift, kommen zu kurz.

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Renegade Nell (Staffel 1) – Robin Hood trifft Tinkerbell

Renegade Nell (Staffel 1) – Robin Hood trifft Tinkerbell

7p8mr9. April 2024

⭐⭐⭐⭐ (Disney+)

Im Wald, da sind die Räuber, weiss man dank des deutschen Volkslieds schon lange. Das gilt aber auch für England im Jahr 1705. Die junge Nell Jackson macht die unerfreuliche Bekanntschaft mit Banditen.

Die Begegnung nimmt allerdings einen unerwarteten Verlauf – für die Räuber. Nell fängt die Kugeln aus ihren Musketen mit der blossen Hand und verhaut sie gnadenlos. Ihre übermenschlichen Kräfte könnten vielleicht mit diesem komischen Lichtkügelchen zu tun haben, das nach dem Kampf aus ihrem Mund rausfliegt.

Das Lichtwesen entpuppt sich als männliche Fee Billy Blind und hat den Auftrag, Nell zu beschützen. Dazu erhält Billy reichlich Gelegenheit in «Renegade Nell». Nell muss mit ihren beiden Schwestern fliehen, weil sie des Mordes beschuldigt wird. Das ist aber erst der Anfang ihres Abenteuers, bei dem es am Schluss um nichts Geringeres geht, als die englische Monarchie zu retten.

«Renegade Nell» ist eine spassige Mischung aus Robin Hood, Peter Pan, Pippi Langstrumpf mit einem Schuss schwarzer Magie aus Harry Potter. Dazu kommen ein paar nette Seitenhiebe gegen eine Gesellschaft, in der sich die Reichen alles herausnehmen können. Und gegen eine Presse, die lieber verkaufsträchtige Schlagzeilen produziert, als die Fakten zu berichten. Das bereitet Vergnügen beim Zuschauen, so wie es offensichtlich dem Cast auch Vergnügen bereitete zu spielen.

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Kafka (Mini-Serie) – Der Mensch hinter dem Käfer

Kafka (Mini-Serie) – Der Mensch hinter dem Käfer

7p8mr6. April 2024

⭐⭐⭐⭐⭐ (ARD)

Zum 100. Todestag bringt die ARD eine Mini-Serie über den Ausnahmedichter Franz Kafka. Das kommt gut an in den deutschsprachigen Feuilletons.

Zu Recht und man sollte sich nicht abschrecken lassen, wenn man in Besprechungen etwa liest: «Es ist nicht die Konkretisierung einer Persönlichkeit, sondern das Zurücktreten eines Ich hinter das Selbst der Sprache.» Denn die Serie ist keineswegs so verkopft, wie ein solcher Satz vermuten liesse.

«Kafka» ist von Daniel Kehlmann so lustvoll und trotz einer gewissen Sperrigkeit der Hauptfigur leichtfüssig geschrieben, dass man gebannt dabei bleibt, wenn sich die Serie ihrer Hauptfigur über Personen aus seinem Leben annähert.

Im Vordergrund stehen zwei Männer und drei Frauen. Max Brod, Kafkas Mentor und Nachlassverwalter. Kafkas Vater Hermann, ein Tyrann, der ihn möglicherweise inspirierte, «Die Verwandlung» zu schreiben.

Kafkas komplizierte Beziehung zu Frauen erzählt die Serie in eindrücklichen Episoden anhand seiner Verlobten, Felice Bauer, seiner Übersetzerin Milena Jesenská und Dora Diamant, die ihn in seinen letzten Tagen begleitete.

«Kafka» ist von der ersten bis zur letzten Minute ein immenser Genuss. Nicht zuletzt dank eines hervorragenden Joel Basman als Kafka, dem aber alle seine Mitspieler:innen in nichts nachstehen.

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Constellation (Staffel 1) – Rückkehr in die falsche Welt

Constellation (Staffel 1) – Rückkehr in die falsche Welt

7p8mr4. April 2024

⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+)

Ist mein Auto rot oder blau? Nur eine Antwort kann stimmen, oder? Nicht so in «Constellation». Hier ist mein Auto rot, aber auch blau. Das hat irgendwas mit Quantenphysik zu tun.

Aber keine Angst, vertiefte Kenntnisse über die Heisenbergsche Unschärferelation oder das Doppelspaltexperiment sind nicht notwendig, um die Story zu verstehen. Die beschäftigt sich mit Raumfahrt und was mit der menschlichen Psyche passiert, wenn die Welt plötzlich eine ganz andere ist.

Das erlebt die schwedische ESA-Astronautin Jo Ericsson, nachdem sie knapp einer Katastrophe auf der Internationalen Raumstation entkommen ist. Jo fühlt sich fremd in der Welt, in die sie zurückgekehrt ist. Nicht nur ist ihr Auto blau statt rot. Ihre Tochter spricht kein Schwedisch mehr und ihr Mann wirft ihr eine Affäre vor, an die sie sich nicht erinnern kann.

Was passiert ist, erschliesst sich Jo (und den Zuschauer:innen) nur langsam. Der Weg zur Erkenntnis, dass etwa ihre Tochter nicht ihre Tochter ist, ist unheimlich und nervenaufreibend.

Dieser zweite Teil leidet allerdings darunter, dass die Geschichte grossen Spannungsschwankungen unterworfen ist. Die starke Besetzung, u.a. mit Noomi Rapace, James D’Arcy und den Zwillingen Coleman, die die Tochter Alice spielen, macht aber vieles wieder wett.

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3 Body Problem (Staffel 1) – Die Aliens kommen 😱 – in 400 Jahren 🥱

3 Body Problem (Staffel 1) – Die Aliens kommen 😱 – in 400 Jahren 🥱

7p8mr1. April 2024

⭐⭐⭐ (Netflix)

Stünden nicht Benioff und Weiss, die Produzenten von «Game of Thrones», hinter «3 Body Problem», hätte die Serie wohl nie diesen Rummel verursacht, der gerade herrscht.

Ob sie den Hype verdient? In der ersten Staffel ist die Serie noch ziemlich weit davon entfernt, einen wirklich zu packen. Aber sie könnte interessant werden. Immerhin geht es um die Eroberung der Erde durch Ausserirdische. Allerdings wird die Invasion erst in 400 Jahren stattfinden, und das nimmt der Story einiges an Dramatik.

Die erste Staffel erzählt die Vorgeschichte: Wie eine junge chinesische Astrophysikerin mit den Aliens Kontakt aufnahm und trotz expliziter Warnung, dass ihr Planet das Ziel einer Invasion werde, den Kontakt aufrechterhielt.

Jahre später hat sich auf der Erde eine sektenartige Gefolgschaft der Ausserirdischen gebildet. Auf der Gegenseite beginnt der Kampf gegen die drohende Invasion, an dem Geheimagenten und junge englische Physik-Koryphäen beteiligt sind.

Die Geschichte ist nicht völlig spannungsarm, bietet dank eines VR-Games starke visuelle und intellektuelle Momente. Zudem ist die existenzielle Frage, wie mit Aliens umzugehen ist, auch interessant. Aber das ganz grosse Epos über Sein oder Nichtsein der Menschheit ist «3 Body Problem» (noch) nicht.

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Masters of the Air (Mini-Serie) – Sie waren Helden. Aber passt das in die heutige Zeit?

Masters of the Air (Mini-Serie) – Sie waren Helden. Aber passt das in die heutige Zeit?

7p8mr28. März 2024

⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+)

Passt eine Serie über den Zweiten Weltkrieg, die die alliierten Soldaten heroisiert, noch in die heutige Zeit? Eher nicht. Und doch ist «Masters of the Air» nicht so aus der Zeit gefallen, wie man auf den ersten Blick meinen könnte.

Sicher – dahinter steckt Steven Spielberg als Produzent. Da weiss man, was einen erwartet, weil er mit «Saving Private Ryan», «Band of Brothers» und «The Pacific» eine ganze Reihe von Produktionen zu heldenhaften Soldaten im Zweiten Weltkrieg produziert hat.

«Masters of the Air» reiht sich hier reibungslos ein. Es ist dieselbe Mischung von brutalem Realismus, wie Kampf, Leiden und Tod geschildert werden, und der bewundernden Inszenierung für den Heldenmut und die Opferbereitschaft von jungen Soldaten.

Zwar erreicht diese Geschichte über ein US-amerikanisches Bombergeschwader, das von England aus Nazi-Deutschland angreift, nicht die emotionale Intensität wie die Vorläufer. Aber die historisch sehr akkurat geschilderten Erlebnisse der Fliegercrews nehmen einen durchaus mit.

«Man darf diese Generation nicht vergessen», heisst es einmal in der zur Serie gehörigen Dokumentation. Und wenn man da diesen Männern zugehört hat, lässt man das gelten. Von daher hat «Masters of the Air» seine Berechtigung, auch wenn der Unterton kritischer, nachdenklicher sein dürfte.

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Black Cake (Staffel 1) – Faszinierende Vergangenheit, banale Gegenwart

Black Cake (Staffel 1) – Faszinierende Vergangenheit, banale Gegenwart

7p8mr21. März 2024

⭐⭐⭐ (Disney+)

Jamaika Ende der 1960er-Jahre. Hier wächst Covey auf. Eine junge Frau mit Träumen und Ambitionen. Ihre Geschichte nimmt einen mit, berührt, interessiert und macht die Stärke aus von «Black Cake».

Die Schwäche der Serie ist dagegen die Gegenwartsebene. Hier erfahren Coveys Kinder Byron und Benny nach dem Tod der Mutter, dass sie ihnen nicht nur ihren wahren Namen verschwiegen hat, sondern eine Reihe von weiteren Geheimnissen dazu.

Daneben aber haben die Kinder ihre eigenen Krämpfe, was die Story unnötig überlädt. Denn alles, was Byron und Benny erleben – Rassismus, Gewalt, Frauen- und Queerfeindlichkeit, erzählt schon Covey in ihrer Lebensgeschichte.

«Black Cake» wäre eine bessere Serie, hätte sie sich ausschliesslich auf Covey konzentriert. Ihre Geschichte, die in Jamaika beginnt, in England und Schottland weitergeht und in den USA endet, verfolgt man gespannt und interessiert.

Wie sie ihren Weg geht, der gepflastert ist mit Diskriminierung und Demütigung, überzeugt als Plot. Leider wird das zu kurz abgehandelt und zu viel Zeit der banalen Story der Kinder in der Gegenwart geopfert.

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The Gentlemen (Staffel 1) – Der schöne Graf und die coole Drogenhändlerin

The Gentlemen (Staffel 1) – Der schöne Graf und die coole Drogenhändlerin

7p8mr17. März 2024

⭐⭐⭐⭐ (Netflix)

Guy Ritchie ist nicht bekannt für feinsinnigen Humor oder dezente Inszenierung. Beim ihm spritzt das Blut in Zeitlupe. Da man weiss, worauf man sich bei ihm einlässt, ist das auch voll ok und unterhaltsam, sofern man es deftig mag.

Aber bei «The Gentlemen» beschlich mich ein leises Bedauern, dass Ritchie so wenig Fingerspitzengefühl besitzt. Denn er schöpft das Potenzial seiner Hauptfigur und der Prämisse seiner Geschichte nur zur Hälfte aus.

Er hätte den Clash zwischen der Welt des britischen Adels und der Unterwelt der Drogenbosse mit mehr Raffinesse und subtilerem Witz erzählen können. Das hätte immensen Spass versprochen.

Aber Ritchie setzt wie immer mehr auf Action und derben Humor. Die Geschichte vom Duke, der nicht nur den Adelstitel von seinem Vater erbt, sondern auch dessen Geschäftsvereinbarung mit einem Drogenboss, wird rasant und witzig erzählt.

Angereichert mit einem Arsenal an skurrilen Figuren, wie dem koksenden Bruder des Dukes oder einer Macheten schwingenden Autohändlerin, bieten «The Gentlemen» gute Unterhaltung, wenn auch eben mehr von der blutigen statt blumigen Sorte.

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Das Signal (Mini-Serie) – Wer ist da draussen? Hallo?

Das Signal (Mini-Serie) – Wer ist da draussen? Hallo?

7p8mr13. März 2024

⭐⭐⭐ (Netflix)

Irgendwo habe ich gelesen, die neue deutsche Netflix-Serie «Das Signal» sei eine Mischung aus «Dark», der allerersten deutschen Netflix-Serie von Baran bo Odar und Jantje Friese, und Christopher Nolans Sci-Fi-Mystery «Interstellar». Das trifft es stimmungsmässig nicht schlecht, ist aber eine Liga zu hoch gegriffen.

Wie in «Dark» und «Interstellar» geht es auch in «Das Signal» um ein grosses Mysterium – eben das titelgebende Signal. Das empfängt die deutsche Astronautin Paula auf der Raumstation ISS. Es ist eine Kinderstimme, die aus der Tiefe des Alls fragend «Hello» ruft. Versuchen Aliens mit der Menschheit Kontakt aufzunehmen?

Diese Frage rückt zuerst in den Hintergrund. Denn nach ihrer Rückkehr auf die Erde kommt Paula bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Zurück bleiben ihre Tochter Charlie und ihr Mann Sven.

Den beiden bleibt aber keine Zeit zu trauern. Sie werden in die Geschichte um das mysteriöse Signal verwickelt. Denn sie haben den Schlüssel für die Wahrheit bekommen in einer letzten Botschaft, die Paula ihnen übermittelt hat.

«Das Signal» ist durchaus gelungen. Teilweise berührend, manchmal spannend. Aber doch etwas zu verzettelt und es fehlt an Stringenz, um die etwas pathetische Botschaft am Schluss wirklich eindringlich herüberzubringen.

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