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Jahr: 2024

Death and Other Details (Staffel 1) – Ein Detektiv wie Poirot, aber doch ganz anders

Death and Other Details (Staffel 1) – Ein Detektiv wie Poirot, aber doch ganz anders

7p8mr12. März 2024

⭐⭐⭐ (Diseny+)

Ein Schiff, illustre Passagier:innen, ein Mord und der weltbeste Detektiv an Bord. Klar: Kann sich nur um Agatha Christies «Death on the Nile» handeln mit ihrem Meisterdetektiv Hercule Poirot. Denkste.

Es ist ziemlich wagemutig, dass die beiden Showrunner von «Death and other Details» mit dem exakt gleichen Setting arbeiten. Denn sie mussten wissen, dass sie am Vorbild gemessen werden. Dabei schneidet «Death and Other Details» aber gar nicht so schlecht ab. Obwohl die Story ähnlich tönt, unterscheiden sich Figuren und Plot am Ende deutlich.

Meisterdetektiv Rufus Cotesworth , der eigentlich fast ein Hochstapler ist, wird auf einem Luxusdampfer mit seiner Vergangenheit konfrontiert: ein Mordfall, den er nicht lösen konnte und der ihn nie mehr losgelassen hat.

Genau sowenig wie Imogene Scott den Mord an ihrer Mutter vergessen kann, den sie als kleines Mädchen miterlebte. Jetzt bekommen sie die Gelegenheit, gemeinsam den Fall aufzuklären.

Die Story schlägt einige überraschende Haken. Das ist clever aufgebaut und die Enthüllungen der beiden Detektive Cotesworth und Imogene halten einen bei Laune. Trotzdem hätte die Serie profitiert, wenn sie statt zehn nur acht oder sechs Episoden lang gewesen wäre.

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Oxen (Staffel 1) – Dieser Thriller lässt sich kaum Zeit für seine Figuren und die Story

Oxen (Staffel 1) – Dieser Thriller lässt sich kaum Zeit für seine Figuren und die Story

7p8mr9. März 2024

⭐⭐⭐ (ZDF)

Irgendwie hatte ich den hochdekorierten Soldaten Niels Oxen (Jacob Lohmann), der zum Einsiedler wird, anders in Erinnerung aus den Büchern. Rauer, unangepasster, traumatisierter. Auch die Geschichte selbst war spannender und bedrohlicher in der Vorlage von Jens Henrik Jensen.

Mir scheint, die dänisch-deutsche Koproduktion hat sich zu wenig Mühe gegeben in der Umsetzung, obwohl mit Mai Brøstrom und Peter Thorsboe ein renommiertes Autorenduo («The Team», «Modus») dahintersteckt. Die Figuren wirken zu eindimensional und stereotyp. Die Bedrohung der dänischen Demokratie durch einen Geheimbund wirkt aufgesetzt und wenig überzeugend.

Im Fokus steht der ehemalige Elitesoldat Nils Oxen. Er wurde unehrenhaft aus der Armee entlassen, nachdem er Gerechtigkeit für einen gefallenen Kameraden wollte.

Doch bald wird er in eine noch komplexere Geschichte verwickelt. Es geht um einen Geheimbund, der nichts Geringeres als den Umsturz der Demokratie will. Deshalb interessiert sich auch der dänische Geheimdienst für Oxen.

Leider hetzt einen die Serie durch diese verwickelte Geschichte und gibt seinen Figuren kaum Raum, um sich angemessen in Szene zu setzen.

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Criminal Record (Staffel 1) – Good cop vs. bad cop, aber subtiler

Criminal Record (Staffel 1) – Good cop vs. bad cop, aber subtiler

7p8mr8. März 2024

⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+)

Man meint, die Geschichte habe man schon oft gesehen: Ein alter Hase, der mit seinen männerbündlerischen Polizeikollegen einen Mordfall möglichst schnell vom Tisch wischen will und deshalb den erstbesten Verdächtigen mit unlauteren Methoden zum Geständnis und ins Gefängnis bringt.

Auf der anderen Seite, Jahre später, eine junge Polizistin, die ihm auf die Schliche kommt, aber gegen eine Mauer anrennt. Denn der alte Hase wird vom System und von seinen Kollegen beschützt. Ganz so simpel ist die Story aber nicht, die «Criminal Record» erzählt, und das macht sie beachtenswert.

DS June Lenker wird auf einen Fall aufmerksam, für den möglicherweise ein Unschuldiger verurteilt wurde. Hinter Gitter brachte den Mann damals DCI Daniel Hegarty. Der ist wenig erfreut, als Lenker den Fall neu aufrollen will. Offenbar lief damals nicht alles ganz sauber.

Hegarty hat trotzdem unzweifelhaft Dreck am Stecken. Aber auch Lenker ist nicht nur die heldenhafte Kämpferin gegen ein mögliches Fehlurteil.

Cush Jumbo und Peter Capaldi sind zwei hervorragende Widersacher. Es macht riesig Spass, ihnen zuzuschauen, wie sie gegeneinander arbeiten. «Criminal Record» gibt ihnen zudem ein Umfeld, das die Story noch weiter anreichert und spannend macht. Die Serie ist grosses britisches Kino.

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Mr. & Mrs. Smith (Staffel 1) – Paartherapie in mörderischem Arbeitsumfeld

Mr. & Mrs. Smith (Staffel 1) – Paartherapie in mörderischem Arbeitsumfeld

7p8mr6. März 2024

⭐⭐ (Prime Video)

Ich hätte ja drei Sterne gegeben für diese Krimiserie, wenn sie nicht mit einem unsäglichen Cliffhanger enden würde. Es ist eines dieser Enden, das nach einer zweiten Staffel schreit, weil es mitten im Finale aufhört.

Hätte die Serie mehr Vertrauen in ihre Geschichte und die Figuren, hätte sie das nicht nötig. So scheinen die Macher:innen aber selber unsicher, wie fesselnd die Story von «Mr. & Mrs. Smith» ist. Aus meiner Sicht ist die Antwort klar: weit entfernt von fesselnd, dafür langfädig und repetitiv.

Dabei ist die Ausgangslage interessant: John Smith und Jane Smith heissen erstens nicht wirklich so und sind zweitens auch kein richtiges Ehepaar. Ihre Ehe ist nur Tarnung, denn die beiden arbeiten als Auftragskiller für eine Firma.

Noch mehr als der Film mit Brad Pitt und Angelina Jolie von 2005 fokussiert die Serie auf die Beziehungsprobleme, die sich zwischen John und Jane entwickeln.

Doch was witzig sein sollte und könnte, ergiesst sich in endlose Dialoge und Therapiesessionen, die nur Langeweile verbreiten. Da helfen auch die vielen Stargäste, u.a. John Turturro und Ron Perlman, nicht.

Man muss Donald Glover als Showcreator zugutehalten, dass er nicht nur eine überlange Version des Films produziert hat. Aber die Serie hat zu wenig Witz und Action, als dass sie einen packen würde.

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True Detective (Staffel 4) – Wenn Geister durch die Polarnacht spuken

True Detective (Staffel 4) – Wenn Geister durch die Polarnacht spuken

7p8mr2. März 2024

⭐⭐⭐⭐ (Sky Show)

«True Detective: Night Country» hat viele Stärken. Allen voran die beiden Hauptdarstellerinnen. Jodie Foster spielt so stark wie einst als Clarice Starling in «Silence of the Lambs». Kali Reis, bislang vor allem als Profiboxerin unterwegs, bietet Foster als Gegenspielerin in ihrer ersten grossen Rolle durchaus die Stirn.

Dann ist da die Kälte und die Dunkelheit, die die ganze Geschichte hindurch die Atmosphäre prägen. Sie sind mehr als gefällige Begleiterscheinungen der Location und dienen als Metaphern für emotionale Kälte und düstere Geheimnisse, die die Protagonist:innen begleiten.

Aber gerade diese mystische Komponente, die mit der indigenen Kultur in Alaska verknüpft ist, kommt der gesellschaftskritischen Thematik in die Quere oder schwächt sie zumindest etwas ab.

Rassismus, Unterdrückung und Frauenverachtung liessen sich auch eindrücklich aufzeigen, ohne dass unheimliche Stimmen aus der Vergangenheit rufen. Aber das ist nur ein kleiner Makel dieser Serie.

Die Geschichte um einen skurrilen Leichenfund in der dunklen Polarnacht fasziniert über die gesamte Staffel. «True Detective: Night Country» knüpft sehr gelungen an die geniale erste Staffel dieser Reihe an und macht die etwas schwächeren Folgestaffeln vergessen.

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One Day (Mini-Serie) – Ungewöhnliche Romanze mit zu vielen Klischees

One Day (Mini-Serie) – Ungewöhnliche Romanze mit zu vielen Klischees

7p8mr22. Februar 2024

⭐⭐⭐ (Netflix)

Man muss der romantischen Serie «One Day» eines zugutehalten. Sie hebt sich erfrischend ab von den üblichen Liebesschmonzetten meist US-amerikanischer Herkunft, die nach dem ewig gleichen Muster gestrickt sind.

Der erzählerische Trick, über knapp zwei Jahrzehnte die Beziehung zwischen Emma und Dexter jeweils am selben Tag im Jahr zu schildern, ist dabei am unbedeutendsten.

Die beiden lernen sich 1988 am Abschlussfest der Uni kennen. Emma ist eine eher unscheinbare junge Frau. Dexter dagegen ist der Schönling, dem die Frauen zu Füssen liegen.

Klar, dass sich das ungleiche Paar näher kommt, aber sie werden nur beste Freunde – vorerst. Es dauert Jahre, bis sie sich eingestehen, was wir von Anfang an wissen: Sie sind füreinander geschaffen. Nur ein Happy End gibt es dennoch nicht.

Dass sich die Geschichte zur Tragödie entwickelt, ist auch ein Pluspunkt. Wäre da nicht der mehr pathetische Schluss, der zu fest auf die Tränendrüse drückt. Zudem greift «One Day» auf zu viele Klischees zurück. Von der Mutter, die an Krebs stirbt, über den Ehebruch mit dem besten Freund bis zur Liebeserklärung in Paris.

Die Geschichte von Emma und Dexter hat viele gute Momente, erfüllt am Ende die Erwartungen an eine wirklich gelungene Romanze bedauerlicherweise doch nicht ganz.

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Vigil (Staffel 2) – Ein ganz normaler Krimi, einfach perfekt gemacht

Vigil (Staffel 2) – Ein ganz normaler Krimi, einfach perfekt gemacht

7p8mr14. Februar 2024

⭐⭐⭐⭐⭐ (BBC)

Das Einzige, was ein wenig mühsam ist an der zweiten Staffel von «Vigil», ist die Zugänglichkeit. Denn leider bietet kein Streamer die Serie an. Man muss den BBC iPlayer überzeugen, dass man Brit:in ist oder sich anderweitig behelfen.

Ein bisschen aufwendig, aber es lohnt sich. Wie schon in der ersten Staffel, als sich DCI Amy Silva (Suranne Jones) und DI Kirsten Longacre (Rose Leslie) auf einem U-Boot mit der britischen Marine und dem MI5 anlegten, bekommen sie es erneut mit dem Militär und dem Geheimdienst zu tun.

Allerdings scheinen die Militärs viel hilfsbereiter als zuvor, denn es geht darum, einen siebenfachen Mord aufzuklären. Bei der Testvorführung einer neuartigen Drone laufen die fliegenden Killermaschinen Amok.

Als mutmassliche Täter gerät bald eine oppositionelle Gruppierung im Nahen Osten ins Visier der Ermittler:innen. Aber Silva merkt bald, dass es einige Ungereimtheiten gibt und die wahren Täter woanders zu finden sind.

«Vigil» ist kein aussergewöhnlicher Krimi. Nicht besonders düster, keine visuellen Überraschungen, auch die Charaktere sind solide, aber nicht ausgefallen. Aber dafür ist «Vigil» von A bis Z sorgfältig inszeniert. Es stimmt einfach alles. Das Timing der Spannungsbögen, der Krimiplot mit den wechselnden Verdächtigen und interessant gestaltete Nebenfiguren. Einfach ziemlich perfekt gemachte Unterhaltung.

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Boy Swallows Universe (Mini-Serie) – Ziemlich schräg und total abgefahren

Boy Swallows Universe (Mini-Serie) – Ziemlich schräg und total abgefahren

7p8mr12. Februar 2024

⭐⭐⭐⭐ (Netflix)

Ein Junge verschlingt das Universum? Was für ein Monster mag das sein? Oder erwartet uns eine mehr esoterische Geschichte? Wer «Boy Swallows Universe» einschaltet, bekommt etwas ganz anderes vorgesetzt.

Da stürmen in der ersten Szene ein paar Kriminelle in ein Haus in einem Vorort von Brisbane und prügeln zum Entsetzen einer Frau und zweier Jugendlichen auf einen Mann ein. Am Schluss packen sie den Mann in den Kofferraum eines Autos und fahren davon.

Zu Beginn ist «Boy Swallows Universe» ein Sozialdrama, das die Coming-of-Age-Geschichte von Eli und seinem Bruder erzählt. Wie sie in dieser dysfunktionalen Familie mit ihrem kleinkriminellen Stiefvater und ihrer ehemals drogensüchtigen Mutter aufwachsen und versuchen, einigermassen über die Runden zu kommen.

Gegen Ende dreht die Geschichte und sie wird zum Thriller. Eli und Gus kommen den Bösewichten auf die Spur, die ihren Stiefvater entführt haben.

Ich hatte am Anfang etwas Mühe mit der Geschichte, weil ich nicht genau wusste, worauf sie hinausläuft. Aber diese Irritation währte nicht lange. Sie wich schnell einer Faszination vor allem für die Hauptfigur Eli und für die ungewöhnliche Bildsprache, die zwischendurch aufblitzt.

Diese Serie aus Down Under stellt die Erwartungen auf den Kopf und das macht Spass.

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Echo (Mini-Serie) – Zu schludrig, um der Heldin gerecht zu werden

Echo (Mini-Serie) – Zu schludrig, um der Heldin gerecht zu werden

7p8mr9. Februar 2024

⭐⭐⭐ (Disney+)

Disney und Marvel haben es geschafft, eine gelungene Serie über eine junge Superheldin und ihre kulturelle Herkunft zu produzieren. Das war allerdings vor zwei Jahren mit «Ms. Marvel».

«Echo» versucht zwar wieder, den kulturellen, diesmal indigenen, Hintergrund seiner Hauptfigur, aufzugreifen. Richtig zur Geltung kommt das Vermächtnis der Vorfahren allerdings nicht.

Das liegt daran, dass «Echo» sich nie wirklich entscheiden kann, was die Hauptfigur Maya Lopez alias Echo (Alaqua Cox) hauptsächlich prägt. Ihre Herkunft? Ihre körperliche Beeinträchtigung? Oder ihre Beziehung zum Ersatzvater, der ihren Vater umbringen liess?

Letztere ist nicht zuletzt dank Vincent D’Onofrio als Bösewicht Wilson Fisk, den man noch aus «Daredevil» in Erinnerung haben mag, sehr gelungen. Auch die mythisch aufgeladene Geschichte über Mayas indigene Herkunft wäre durchaus interessant.

Aber leider nimmt sich die Serie nicht die Zeit, die es brauchte, um all diese Elemente sinnvoll in eine Geschichte zu verpacken. «Echo» hat nur fünf Episoden und eine gesamte Laufzeit von gut drei Stunden.

Man bekommt den Eindruck, als habe Marvel irgendwie das Interesse an der Figur verloren. Oder «Echo» ist das erste Opfer der angekündigten Sparmassnahmen von Disney bei der Serienproduktion.

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Griselda (Mini-Serie) – Die Kokaindealerin als feministische Ikone?

Griselda (Mini-Serie) – Die Kokaindealerin als feministische Ikone?

7p8mr7. Februar 2024

⭐⭐⭐ (Netflix)

Serien über südamerikanische Drogenbosse ist bei Netflix beinahe ein eigenes Genre. Nach «Narcos», «Narcos: Mexico» und «El Chapo» gesellt sich «Griselda» dazu.

Der Titel besagt schon, dass es diesmal um eine Drogenbossin geht. Die Geschichte basiert auf einer realen Figur: Griselda Blanco, die den Übernamen «La Madrina», die Patin, erhielt.

Eingeführt wird Griselda durch ein Zitat: «Der einzige Mann, vor dem ich je Angst hatte, war eine Frau namens Griselda Blanco.» Das soll Pablo Escobar, der in den 1970er-Jahren das Medellín Kartell aufbaute, über seine Zeitgenossin gesagt haben.

Man darf also eine Geschichte erwarten, mit einer skrupellosen Kriminellen, die wohl vor nichts zurückschreckt. Diese Erwartung wird zum Teil erfüllt. Allerdings setzt «Griselda» seine Hauptfigur quasi als feministische Vorkämpferin in Szene.

Ihren Aufstieg in der Dealerhierarchie als «female empowerment» zu verkaufen, ist nicht völlig abwegig. Schliesslich muss sie sich gegen Machos durchsetzen. Aber es ist doch ziemlich irritierend. Wie auch die vielen Freiheiten, die Serie herausgenommen hat, wenn man die reale Figur daneben stellt.

Das geht am Schluss nicht ganz auf. «Griselda» beantwortet immerhin eine Frage eindeutig: Haben wir genug Narcos-Serien gesehen? Die Antwort ist ein beherztes Ja.

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