⭐⭐⭐⭐ (Netflix)
Guy Ritchie ist nicht bekannt für feinsinnigen Humor oder dezente Inszenierung. Beim ihm spritzt das Blut in Zeitlupe. Da man weiss, worauf man sich bei ihm einlässt, ist das auch voll ok und unterhaltsam, sofern man es deftig mag.
Aber bei «The Gentlemen» beschlich mich ein leises Bedauern, dass Ritchie so wenig Fingerspitzengefühl besitzt. Denn er schöpft das Potenzial seiner Hauptfigur und der Prämisse seiner Geschichte nur zur Hälfte aus.
Er hätte den Clash zwischen der Welt des britischen Adels und der Unterwelt der Drogenbosse mit mehr Raffinesse und subtilerem Witz erzählen können. Das hätte immensen Spass versprochen.
Aber Ritchie setzt wie immer mehr auf Action und derben Humor. Die Geschichte vom Duke, der nicht nur den Adelstitel von seinem Vater erbt, sondern auch dessen Geschäftsvereinbarung mit einem Drogenboss, wird rasant und witzig erzählt.
Angereichert mit einem Arsenal an skurrilen Figuren, wie dem koksenden Bruder des Dukes oder einer Macheten schwingenden Autohändlerin, bieten «The Gentlemen» gute Unterhaltung, wenn auch eben mehr von der blutigen statt blumigen Sorte.
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