⭐⭐⭐ (Netflix)
«Anthracite» spielt in den französischen Alpen, in der fiktiven Kleinstadt Lévionna, in deren Umgebung irgendwo viel Schnee liegt. Meistens sind die Strassen aber aper und die Wiesen grün. Wie das geografisch zusammenhängt, hat sich mir nie ganz erschlossen.
Möglich, dass die Produzent:innen vergassen, hier ein wenig Klarheit zu schaffen, weil sie allzu sehr damit beschäftigt waren, sich all die anderen Rätsel für die Geschichte auszudenken, die «Anthracite» spannend machen sollen. Ein Verwirrspiel ist ihnen damit sicher gelungen. Allerdings ein viel zu überdrehtes.
Die Internetdetektivin Ida stösst auf der Suche nach ihrem verschwundenen Vater auf einen mysteriösen Massenmord in einer Sekte, der sich vor 30 Jahren in Lévionna ereignete. Sowohl ihre Familiengeschichte als auch jene von Jaro, den sie kennenlernt, hängen mit den Geschehnissen von damals zusammen.
Mit Ida, Jaro und ein paar weiteren Figuren der Geschichte fiebert man durchaus mit. Oft schüttelt man aber über die Geschichte den Kopf, die einen auf falsche Fährten führt und mehr Haken schlägt als ein Hase auf der Flucht.
Weil am Schluss vieles gut kommt, könnte einen die Serie mit einem freudigen Gefühl entlassen. Tut sie leider nicht, weil sie in den letzten Minuten noch einmal eine völlig unnötige Volte schlägt.
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