⭐⭐⭐⭐⭐ (ARD)
Zum 100. Todestag bringt die ARD eine Mini-Serie über den Ausnahmedichter Franz Kafka. Das kommt gut an in den deutschsprachigen Feuilletons.
Zu Recht und man sollte sich nicht abschrecken lassen, wenn man in Besprechungen etwa liest: «Es ist nicht die Konkretisierung einer Persönlichkeit, sondern das Zurücktreten eines Ich hinter das Selbst der Sprache.» Denn die Serie ist keineswegs so verkopft, wie ein solcher Satz vermuten liesse.
«Kafka» ist von Daniel Kehlmann so lustvoll und trotz einer gewissen Sperrigkeit der Hauptfigur leichtfüssig geschrieben, dass man gebannt dabei bleibt, wenn sich die Serie ihrer Hauptfigur über Personen aus seinem Leben annähert.
Im Vordergrund stehen zwei Männer und drei Frauen. Max Brod, Kafkas Mentor und Nachlassverwalter. Kafkas Vater Hermann, ein Tyrann, der ihn möglicherweise inspirierte, «Die Verwandlung» zu schreiben.
Kafkas komplizierte Beziehung zu Frauen erzählt die Serie in eindrücklichen Episoden anhand seiner Verlobten, Felice Bauer, seiner Übersetzerin Milena Jesenská und Dora Diamant, die ihn in seinen letzten Tagen begleitete.
«Kafka» ist von der ersten bis zur letzten Minute ein immenser Genuss. Nicht zuletzt dank eines hervorragenden Joel Basman als Kafka, dem aber alle seine Mitspieler:innen in nichts nachstehen.
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