⭐⭐⭐⭐ (Netflix)
Eigentlich stand «Baby Reindeer» nicht oben auf meiner Watchlist. Aber als die Serie überall auftauchte und viel Lob erhielt, wurde ich neugierig. Ich hab eingeschaltet und es nicht bereut. Oder doch. Denn stimmungsmässig zieht einen die Geschichte von Donny (Richard Gadd) tief runter, sehr tief.
Dabei beginnt alles ziemlich harmlos. Donny arbeitet in einem Pub. Eines Tages kommt eine Frau herein. Sie scheint sehr bedrückt. Donny hat Mitleid und offeriert ihr einen Tee. Die Frau heisst Martha. Sie wird Donny von jetzt an über Monate stalken.
Das tönt nicht wahnsinnig bedrohlich, eher bloss unangenehm. Aber Martha hebt Stalking auf ein ungeahntes Level. Das ist aber nicht die einzige Hölle, durch die Donny geht. Einige Zeit zuvor hat ihn ein TV-Produzent, der ihm Hilfe versprach für seine Karriere, massiv missbraucht.
Vor diesem Hintergrund beginnt man, einiges besser zu verstehen in Donnys Leben. Weshalb die Beziehung mit seiner Freundin in die Brüche ging. Warum er es nicht schafft, uneingeschränkt zu seiner Liebe zu Teri (Nava Mau), einer Transfrau, zu stehen. Vor allem aber erscheint seine Beziehung zu Martha in einem anderen Licht.
«Baby Reindeer» ist eine emotionale Achterbahnfahrt. Oder besser: ein Höllenritt. Denn am Schluss landet man wieder in so etwas wie Normalität, aber all die Dämonen, die man gesehen hat, lassen einen so schnell nicht los.
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