⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+)
Es passt alles perfekt zusammen. Colin Farrell ist die ideale Besetzung für den makellos gekleideten Privatdetektiv John Sugar. Ebenso exquisit wie seine Anzüge ist sein Auto, ein hellblauer Chevy Corvette Stingray, Jahrgang 1966.
Sugar erinnert nicht zufällig an Sam Spade und Philip Marlowe, die grossen Private Investigators des Film noir. Sugar ist ein nerdiger Filmliebhaber, die Serie gespickt mit kurzen Einsprengseln aus Filmklassikern der 40er- und 50er-Jahre von «Kiss Me Deadly» bis «Sunset Boulevard».
Der Fall scheint klar: «Sugar» versteht sich als Neo-Noir-Serie, als Hommage an den Film noir und die grossen Genreklassiker aus der Traumfabrik. Bis zu diesem Moment in der sechsten Episode, der alles auf den Kopf stellt.
Was da genau passiert, darf ich nicht verraten. Es wäre ein Mega-Spoiler. Trotzdem muss ich darauf eingehen, weil sich an dieser Szene die Geister scheiden. Entweder man fühlt sich völlig verarscht und schaltet wütend ab. Oder man nimmt den Twist interessiert bis amüsiert hin und schaut, wohin das führt.
Ich habe mich für Letzteres entschieden, «Sugar» zu Ende geschaut und es nicht bereut. Doch bleibt ein grosses Fragezeichen, was dieser Storytwist soll. Die Serie würde auch ohne bestens funktionieren. Jetzt steht ein Cliffhanger am Schluss, der nicht zwingend mehr dazu reizt, eine allfällige zweite Staffel zu schauen. Ich wäre zwar dabei, aber mehr wegen Farrell als stilbewusstem PI.
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